Wohnfläche: Wie wird sie berechnet & was zählt dazu?
Die Wohnfläche entscheidet über Mietpreis, Nebenkosten und Mietminderung. Hier erfährst du, wie sie berechnet wird, welche Räume zählen und was bei Abweichungen gilt.
75 Quadratmeter steht in der Anzeige. Aber sind es wirklich 75? Die Wohnfläche ist eine der wichtigsten Angaben im Mietvertrag. Sie beeinflusst den Mietpreis, die Nebenkosten und sogar das Recht auf Mietminderung. Trotzdem wird sie häufig falsch berechnet oder angegeben.
Wie die Wohnfläche berechnet wird
In Deutschland gilt für Mietwohnungen die Wohnflächenverordnung (WoFlV) als Berechnungsgrundlage. Sie legt fest, welche Flächen vollständig, anteilig oder gar nicht zur Wohnfläche zählen.
Vollständig angerechnet werden alle Räume, die mindestens zwei Meter Deckenhöhe haben. Dazu zählen Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Flur und Abstellräume innerhalb der Wohnung.
Zur Hälfte angerechnet werden Räume mit einer Deckenhöhe zwischen einem und zwei Metern. Das betrifft vor allem Dachgeschosswohnungen mit Schrägen.
Gar nicht angerechnet werden Flächen unter einem Meter Deckenhöhe, Keller, Garagen, Heizungsräume und Waschküchen.
Balkone, Terrassen und Loggien werden in der Regel zu 25 Prozent angerechnet. Bei besonders hochwertiger Ausstattung oder Lage kann der Anteil bis zu 50 Prozent betragen.
Warum die Wohnfläche so wichtig ist
Die angegebene Wohnfläche wirkt sich auf mehrere Bereiche aus. Die Kaltmiete wird oft pro Quadratmeter berechnet. Auch die Nebenkosten werden häufig nach Wohnfläche umgelegt. Und wenn du prüfen willst, ob die Miete im Rahmen der Mietpreisbremse liegt, brauchst du die korrekte Quadratmeterzahl.
Besonders relevant wird die Wohnfläche bei Abweichungen. Weicht die tatsächliche Fläche um mehr als zehn Prozent von der im Mietvertrag angegebenen Fläche ab, hast du als Mieter Rechte. Du kannst die Miete anteilig mindern und gegebenenfalls zu viel gezahlte Miete zurückfordern. Ob eine Mietminderung berechtigt ist, hängt vom konkreten Fall ab.
So prüfst du die Wohnfläche
Wenn dir die Wohnung kleiner vorkommt als angegeben, kannst du selbst nachmessen. Dafür brauchst du einen Zollstock oder ein Laser-Messgerät und den Grundriss der Wohnung. Miss jeden Raum einzeln und notiere die Maße. Beachte dabei die Regeln der Wohnflächenverordnung, vor allem bei Schrägen und Balkonen.
Für eine rechtssichere Berechnung lohnt sich ein Gutachter. Das kostet zwar Geld, liefert aber ein belastbares Ergebnis, das du im Streitfall nutzen kannst. Gerade bei größeren Abweichungen, die zu einer Mietminderung berechtigen, kann sich das schnell rechnen.
Kurz zusammengefasst
Die Wohnfläche ist mehr als eine Zahl in der Anzeige. Sie bestimmt, was du zahlst und welche Rechte du hast. Wenn etwas nicht stimmt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Weitere Begriffe rund um Mietrecht und Wohnungssuche findest du in unserem Glossar.