Kaltmiete vs. Warmmiete: Was ist der Unterschied?

Kaltmiete und Warmmiete sind Grundbegriffe der Wohnungssuche. Hier erfährst du, was beide Begriffe bedeuten, wie sie sich unterscheiden und worauf du bei Anzeigen achten solltest.

Wer Wohnungsanzeigen durchschaut, stößt auf zwei Begriffe, die ständig auftauchen: Kaltmiete und Warmmiete. Beide beschreiben die monatliche Miete, aber sie meinen nicht dasselbe. Wer den Unterschied nicht kennt, kann bei der Budgetplanung böse Überraschungen erleben.

Was ist die Kaltmiete?

Die Kaltmiete, auch Nettomiete oder Grundmiete genannt, ist der reine Mietpreis für die Nutzung der Wohnung. Keine Heizkosten, kein Wasser, kein Müll, kein Hausmeister. Nur die Miete für die vier Wände.

In Wohnungsanzeigen wird fast immer die Kaltmiete angegeben. Das hat einen einfachen Grund: Sie sieht günstiger aus. Eine Anzeige mit "650 Euro Kaltmiete" klingt besser als "850 Euro Warmmiete", obwohl du am Ende denselben Betrag zahlst.

Die Kaltmiete ist auch die Grundlage für viele mietrechtliche Berechnungen. Die Kaution richtet sich nach der Kaltmiete, ebenso Mieterhöhungen und die Mietpreisbremse.

Was ist die Warmmiete?

Die Warmmiete, auch Bruttomiete genannt, ist die Kaltmiete plus die monatlichen Nebenkosten-Vorauszahlungen. Das ist der Betrag, der tatsächlich jeden Monat von deinem Konto abgeht.

Die Nebenkosten umfassen typischerweise Heizung, Wasser und Abwasser, Müllabfuhr, Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Hausmeister, Treppenhausreinigung und Aufzugwartung. Nicht enthalten sind in der Regel Strom, Internet und Telefon. Diese Kosten kommen zur Warmmiete noch obendrauf.

Warum der Unterschied wichtig ist

Die Differenz zwischen Kalt- und Warmmiete kann erheblich sein. Bei einer Kaltmiete von 700 Euro liegen die Nebenkosten je nach Wohnung und Region zwischen 150 und 300 Euro monatlich. In einem schlecht gedämmten Altbau mit hohen Heizkosten kann es noch mehr werden.

Drei Dinge, die du beachten solltest:

Budget realistisch planen. Rechne immer mit der Warmmiete, wenn du prüfst, ob du dir eine Wohnung leisten kannst. Die Kaltmiete allein sagt wenig über deine tatsächliche Belastung aus.

Vorauszahlungen sind Schätzungen. Die monatlichen Nebenkosten in der Warmmiete sind Vorauszahlungen. Einmal im Jahr kommt die Betriebskostenabrechnung. Waren die Vorauszahlungen zu niedrig, musst du nachzahlen. Waren sie zu hoch, bekommst du Geld zurück.

Nebenkosten vergleichen. Wenn du mehrere Wohnungen vergleichst, schau dir nicht nur die Kaltmiete an. Eine Wohnung mit niedriger Kaltmiete aber hohen Nebenkosten kann am Ende teurer sein als eine mit höherer Kaltmiete und niedrigen Nebenkosten.

Praxis-Tipp für die Wohnungssuche

Frag bei der Besichtigung immer nach den tatsächlichen Nebenkosten des Vorjahres. Vermieter müssen diese Information nicht proaktiv herausgeben, aber wenn du fragst, bekommst du meist eine Antwort. So kannst du einschätzen, ob die angesetzten Vorauszahlungen realistisch sind oder ob eine Nachzahlung droht.

Weitere Begriffe rund um Mietrecht und Wohnungssuche findest du in unserem Glossar Wohnungssuche & Mietrecht.